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So erstellst du Druckdaten richtig

Vielleicht wolltest du auch schon mal eine Visitenkarte oder einen Flyer zu einer (Online-)Druckerei schicken und standest vor der Herausforderung, deine Datei so aufzubereiten, dass die Druckerei sie akzeptiert und dass beim Druck nichts schief geht. Für jemanden, der damit selten bis gar nicht in Berührung kommt, sind diese ganzen Druckanforderungen “böhmische Dörfer”. Dieser Artikel soll Abhilfe schaffen.

Wie eine Druckerei arbeitet

Bevor ich dir die einzelnen Druckdatenanforderungen genauer erkläre, solltest du zunächst verstehen, was bei der Druckerei eigentlich genau passiert.

Wenn du also deine Druckdatei an die Druckerei übermittelst, schaut sich in der Abteilung “Druckvorstufe” ein Mitarbeiter deine Datei an und überprüft, ob sie den jeweiligen Anforderungen entspricht. Wenn dem so ist, lädt er die Datei in einer Drucksoftware hoch und platziert sie dort auf einem “Druckbogen”. Der Druckbogen ist je nach Druckmaschine unterschiedlich groß und je nach Größe der zu druckenden Aufträge werden auch mehrere Produkte auf ein und denselben Druckbogen platziert. Der Druckbogen wird zuerst als “Proof” (also als Probedruck) auf einem großen Digitaldrucker gedruckt, sodass der Mitarbeiter in der Druckvorstufe beurteilen kann, ob Farben und Positionen in Ordnung sind. Ist das der Fall, schickt er den Druckbogen anschließend an die jeweilige Druckmaschine, die dann die erforderliche Stückzahl druckt. Die Mitarbeiter in der Produktionsabteilung befüllen die Maschinen dann regelmäßig mit Farbe und Papier, stellen die Formate richtig ein und überprüfen die Druckergebnisse. Anschließend kommen die fertigen Druckbögen zum Trocknen und werden am Ende noch zugeschnitten und / oder gefalzt. Auch dafür gibt es extra Maschinen; bei manchen Druckereien ist das ein komplettes, vollautomatisiertes Verfahren, bei dem der Mitarbeiter nicht eingreifen muss, bis das fertige Produkt rauskommt. Dann werden die Drucksachen verpackt und losgeschickt bzw. zur Abholung bereit gestellt. Fertig ist das Druckprodukt!

Die gängigsten Druckdatenanforderungen

Im Folgenden erkläre ich dir einige Druckdatenanforderungen, die bei fast allen Druckereien gelten. Frag im Zweifel die Druckdatenanforderungen nochmal separat an.

Beschnitt / Anschnitt

Definition: Alle Druckdateien müssen mit Beschnitt angelegt werden. Wie oben beschrieben, werden alle Druckdateien auf einem Druckbogen platziert, der dann auf das Endformat zugeschnitten wird. Beim Zuschneiden behalten sich die Druckereien immer eine gewisse Genauigkeitstoleranz vor. Um zu vermeiden, dass dabei sogenannte “Blitzer” entstehen (weiße, dünne Striche an den Rändern, die entstehen würden, wenn die Druckerei nicht haargenau zuschneidet), oder dass zu viel weggeschnitten wird, wird pauschal eine bestimmte Anzahl Millimeter Beschnitt vorgegeben. Der Beschnitt wird komplett abgeschnitten und dient dazu, etwaige Toleranzen auszugleichen.

To Do: In manchen Grafikprogrammen kann man den Beschnitt (auch Anschnitt) direkt in den Seiteneinstellungen festlegen. Falls du hierzu keine Einstellung findest, lege dein Dokument einfach entsprechend größer an. Jede Druckerei gibt die Millimeter-Anzahl vor; meist liegt diese bei 2 oder 3 mm ringsum.

Beispiel: Du möchtest einen DINA4-Flyer drucken lassen. Das Format von DINA4 beträgt 210 x 297 mm. Wenn du dein Dokument mit Beschnitt anlegst und die Druckerei 3 mm ringsum vorgibt, musst du auf jeder Seite 3 mm dazurechnen. Dein Dokument sollte also dann eine Größe von 216 x 303 mm haben. Bitte bedenke aber immer, dass diese 3 mm abgeschnitten werden! Platziere also in diesen Bereichen nichts – es sei denn, du möchtest “randabfallend” drucken, also ohne weißen Rand mit durchgängigem Hintergrund oder Bild.

Farbe: CMYK

Definition: In der Grafikwelt gibt es zwei Farbbereiche: RGB (Rot – Grün – Blau / Bildschirm- bzw. Webfarbbereich) und CMYK (Cyan – Magenta – Yellow – Black / Druckfarben). Wenn du etwas am Bildschirm anlegst, hat es zunächst automatisch den RGB-Modus, da ein Bildschirm nur diesen Farbbereich darstellen kann. Um diese Farben “druckbar” zu machen, muss das Dokument in den “CMYK”-Modus umgestellt werden. Der CMYK-Bereich beinhaltet weniger Farben als RGB, deshalb ist es wichtig und erforderlich, dass das Dokument (und natürlich auch alle Bestandteile des Dokuments) bereits in CMYK angelegt sind. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Farbtöne anders bzw. falsch herauskommen.

To Do: Bevor du eine Grafik anlegst, solltest du sicherstellen, dass das Dokument in CMYK angelegt ist. In den meisten Programmen findest du auch diese Einstellung in den Seiten- bzw. Dokumenteinstellungen. Hast du schon alles gestaltet, kannst du die Umstellung natürlich auch im Nachgang vornehmen.

4/4-farbig / 4/0-farbig / 2/0-farbig

Definition: Wie eben beschrieben, müssen unsere Druckdaten in CMYK angelegt sein. CMYK besteht aus 4 Komponenten – Cyan, Magenta, Yellow und Black. Die Angabe 4/4-farbig sagt aus, dass das Blatt auf beiden Seiten in CMYK (also einfach farbig) gedruckt werden soll. 4/0-farbig bedeutet demnach, dass nur eine Seite farbig gedruckt wird und die andere Seite gar nicht. Und 2/0-farbig bedeutet, dass eine Seite schwarz-weiß gedruckt wird und die andere gar nicht.

To Do: Diese Angabe musst du lediglich bei der Bestellung beachten, sie erfordert an der Datei selbst keine konkrete Handlung.

PDF/X-3:2002

Definition: PDF-Dateien kennst du ja sicherlich. PDF-Datei ist aber nicht gleich PDF-Datei – es gibt Unterschiede. Die sind aber meistens gar nicht wirklich sichtbar, sondern spielen sich nur im Hintergrund ab oder werden erst bei der Verarbeitung (z. B. eben in einer Druckerei) erkennbar. Es gibt verschiedene PDF-Standards, die Dinge wie Transparenzen, Farben etc. anders verarbeiten. Die Druckereien geben hier den Standard vor, um Fehldarstellungen zu vermeiden. Der am häufigsten geforderte Standard ist PDF/X-3:2002.

To Do: Wenn du eine PDF-Datei aus deinem Grafikprogramm erstellst, achte darauf, ob du den Standard in den Exporteinstellungen ändern kannst. Wenn dein Programm dies zulässt, wähle den PDF-Standard aus, den dir die Druckerei vorgibt (meistens sind die Standards vorinstalliert).

Auflösung / dpi

Definition: dpi ist die Abkürzung für dots per inch und meint im Prinzip die Auflösung (Qualität) der jeweiligen Grafik. Je höher die dpi-Anzahl ist, desto schärfer und hochwertiger ist das Druckergebnis. Optimal für den Druck ist eine Auflösung von 300 dpi (zum Vergleich: Für den Bildschirm und das Web reicht eine Auflösung von 72 – 150 dpi aus). Es müssen sowohl das Dokument selbst, als auch die darin enthaltenen Elemente eine Auflösung von 300 dpi haben.

To Do: In den Dokumenteinstellungen sollte entweder der entsprechende Zweck (Druck) ausgewählt sein oder die genaue dpi-Anzahl eingegeben werden. Bei Fotos kann man die dpi-Zahl mittels Bildbearbeitungsprogrammen einsehen und ggf. anpassen.

Weitere Tipps zur Druckdatenerstellung

Wo wir gerade beim Thema Auflösung waren: Vermeide es, Bilder aus dem Internet (z. B. aus Google oder anderen Quellen, bei denen du nicht selbst entscheiden kannst, in welcher Auflösung du sie herunterladen möchtest) in deinem Druckprodukt zu verwenden. Die Auflösung ist in den meisten Fällen nicht ausreichend und das jeweilige Bild wird im schlimmsten Fall pixelig erscheinen. Verwende stattdessen lieber Bilder aus Bilddatenbanken wie iStock, Adobe Stock oder Pixabay; dort kannst du dir beim Herunterladen eine entsprechende Auflösung aussuchen.

Schaue dir deine erstellte Druckdatei am besten nochmal an, bevor du sie an die Druckerei weiterschickst. Manchmal fallen einem da noch Fehler auf und es lassen sich Darstellungsprobleme erkennen. Wichtig hier vor allem bei kleinen Formaten wie z. B. Visitenkarten: Schaue dir die Datei auch noch in 100% Originalgröße an. Oft werden vor allem PDF-Dateien vergrößert dargestellt, so dass man gar kein Gefühl dafür bekommt, wie groß das Druckprodukt wirklich sein wird. Mit der Darstellung in Originalgröße kann man dann z. B. erkennen, ob die Schrift noch gut lesbar ist. Alternativ kannst du es dir auch einfach einmal in Originalgröße ausdrucken (sofern es eben kleiner als DINA4 ist).

Wenn du mit der Druckdatenerstellung nicht zurecht kommst, kannst du auch bei der Druckerei anfragen, ob sie direkte Druckvorlagen oder genaue Beschreibungen haben. Gerade die Online-Druckereien wie Flyeralarm oder WIRmachenDRUCK bieten mittlerweile einige Anleitungen oder Druckvorlagen zum Herunterladen an.

Bist du dir arg unsicher, kannst du dir bei vielen Druckereien gegen Aufpreis auch einen Proof schicken lassen. Der zeigt dir dann, wie gut die Auflösung ist und ob alles richtig rauskommt. Der Proof ist allerdings nicht farbecht – die Farben können vom Originaldruck abweichen.

Gibt es weitere Druckvorgaben, bei denen du nur Bahnhof verstehst?

Schreib es mir gerne in die Kommentare, dann ergänze ich meinen Artikel gerne!

 

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